Neuer Berufsauftrag
19. Januar 2026 – Der Kantonsrat hat heute die Vorlage zur Änderung des Lehrpersonalgesetzes sowie die Annahme der Lehrpersonalverordnung beraten.
Unbestritten ist, dass Handlungsbedarf besteht. Besonders die Klassenlehrpersonen stehen unter erheblichem Druck. Ihre Verantwortung geht heute weit über den Unterricht hinaus: Koordination, Elternarbeit, Förderplanung und zunehmend auch Krisenmanagement gehören zum Alltag. Wer diese Realität ignoriert, verkennt den Schulbetrieb. Deshalb hat sich Die Mitte konsequent für eine gezielte Erhöhung der Stundenpauschale für Klassenlehrpersonen eingesetzt – wirksam, begründet und mit echtem Entlastungseffekt.
Was wir jedoch klar abgelehnt haben, ist die generelle Erhöhung des Lektionenfaktors für alle Lehrpersonen. Diese folgt dem Giesskannenprinzip und berücksichtigt die sehr unterschiedlichen Belastungen innerhalb des Lehrkörpers nicht. Fachlehrpersonen haben in der Regel klar definierte Aufgaben, während die strukturelle Mehrbelastung bei den Klassenlehrpersonen liegt. Eine pauschale Erhöhung mag gut gemeint sein, ist aber weder zielgerichtet noch effizient.
Unschön ist zudem, dass im Gesamtpaket zum neuen Berufsauftrag die Forderungen der Schulleitungen praktisch vollständig umgesetzt wurden, während bei den Lehrpersonen nur das Minimum blieb. Aus demselben Grund haben wir auch die Änderung der Lehrpersonalverordnung und die höhere Einstufung der Schulleitungen abgelehnt. Diese ist teuer und aus unserer Sicht nicht verhältnismässig. Wer Sparsamkeit fordert, muss sie auch leben. Diese Mittel gehören ins Klassenzimmer – dorthin, wo sie Wirkung entfalten.
Die Mitte hat von Beginn weg eine klare Linie vertreten: Verbesserungen ja – aber durch Umverteilung innerhalb des bestehenden Kostenrahmens des Regierungsrates. Die Mittel müssen dort eingesetzt werden, wo der Handlungsbedarf am grössten ist. Das sind nicht alle gleichermassen, sondern vor allem die Klassenlehrpersonen.
Die Lehrpersonalverordnung wurde abgelehnt und damit auch die höhere Einstufung der Schulleitungen. Im Lehrpersonalgesetz wurde die Kommissionsmehrheit angenommen, was insgesamt zu erheblichen Mehrkosten für Kanton und Gemeinden führt und auch ein Gemeindereferendum nach sich ziehen könnte.
Die Mitte steht für gezielte Entlastung statt teurer Symbolik. Für Wirkung statt Giesskanne. Für Verantwortung gegenüber Schule, Steuerzahlenden und kommenden Generationen. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass Investitionen im Bildungsbereich dort ankommen, wo sie tatsächlich etwas bewirken.
